Rund ein halbes Jahrtausend Lichtenfelser Schützengeschichte ist
im Strom der Zeit verrauscht! Vom ausklingenden Mittelalter bis in die
Gegenwart zeigt uns der Chronist den Weg der heimischen Schießgesellen.
Ebbe und Flut, gute und böse Tage wechselten auf dieser langen Strecke
miteinander ab. öfter als einmal schien die letzte Stunde unserer
ehrwürdigen Gilde geschlagen zu haben. Aber immer wieder brach jene
unerschütterliche Lebenskraft durch, die den Verein aus den Tiefen
des Schicksals erneut zu lichten Höhen führte. Auch das zurückliegende
Jahrzehnt 1950—1960 wird, dessen sind wir gewiß, einmal vor der Nachwelt
in Ehren bestehen, obwohl es unter stürmischen Vorzeichen begann.
Fast aus dem Nichts heraus konnte nach dem großen Zusammenbruch ein
Aufstieg eingeleitet und erfolgreich durchgeführt werden, der uns
ohne jede Überhebung, aus guter innerer Überzeugung heraus, den
Mut gibt, zur 150-Jahr-Feier die Geschichte unseres Vereins als Rechenschaftsbericht
der Allgemeinheit vorzulegen. Oft Unmöglichscheinendes konnte gerade
in den letzten Jahren in treuem Einsatz erzielt werden. Dankbar und in
stolzer Freude stehen wir zu dem Geschehenen. Wir wissen, der gute alte
Schützengeist lebt immer noch! >>>>> Wer wäre nicht versucht, gerade aus dieser Erkenntnis heraus von
der vielen Arbeit zu erzählen, die nach dem unglücklichen zweiten
Weltkrieg getan werden mußte, um dem Lichtenfelser Schießsport
eine neue Gasse zu schlagen! Unübersehbar waren die Nachkriegsschäden
in unserem Schützenheim. Manch Einer würde verzagt das Feld geräumt
haben, wir aber gestalteten unverdrossen unser Kleinod aufs Neue, besser
und schöner als es je gewesen. Ungemindert ist das Schützenhaus,
wie einst, der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt.
Selbstlos öffnen sich die Tore für alle Schichten und Klassen,
für alle Parteien, soziale und wirtschaftliche Verbände, für
Private und Behörden. Obwohl der Tod seit 1940 große Lücken
in den Bestand alter bewährter Mitglieder riß, die Fronten füllten
sich wieder. >>>>> Ungeschwächt
schreiten wir der Zukunft entgegen. Was seit 1950 an Kleinarbeit, gerade
auch zur Vorbereitung des Jubiläumsschießens, geleistet wurde,
was nebenher für die Schießanlagen, für die Sicherung unseres
wertvollen Archivs, für die Gesellschaftschronik, hier auch durch
eine reichhaltige Diasammlung, und vor allem im Kampf um unser gutes altes
Recht, um unseren Ehrentitel „Kgl. Priv. Scharfschützengesellschaft"
vollbracht und er reicht wurde, kann vor jeder Kritik bestehen. Gewiß
wäre es reizvoll gewesen, den großen Rechenschaftsbericht auch
auf die letzten bewegten Jahre auszudehnen, Namen verdienter Mitarbeiter
herauszuheben und durch ein stattliches Zahlenmaterial die getane Arbeit
fruchtbar zu untermauern. Jedoch nicht uns, die wir heute die Fahne vorwärts
tragen, soll ein Denkmal errichtet werden, nein, uns geht es um die Ahnen,
um die Schützensache, es gilt dem Einst in unserer Stadt, es soll
der größeren Heimat und Volksgemeinschaft ein Dienst erwiesen
werden. Das kommende Geschlecht wird über unsere Jahre das rechte
Urteil fällen und ergänzen, was von uns in schlichter Selbstbescheidenheit
unbeschrieben blieb. >>>>> Mit diesem Bekenntnis mag der reich bebilderte Band hinausziehen in
die weite Welt, um für den Schießsport zu werben, um zu vielen
Freunden und Bekannten, nah oder fern, eine feste Brücke herzlicher
und aufrichtiger Verbundenheit zu schlagen.