| Gründung des Gaues Oberfranken Nord 1952 in Lichtenfels |
Chronik-Inhalt |
Willi Peter wurde stellvertretender Gauschützenmeister.
Namens des Bayer. Sport-Schützenbundes
hatte der 1.Schützenmeister der Schützengesellschaft Coburg,
Bernhard Schwemmlein, die Schützenvereine aus den Kreisen Coburg,
Lichtenfels, Staffelstein, Kronach, Kulmbach und Neustadt für Sonntag
ins Schützenhaus zu Lichtenfels eingeladen. >>>>>
Laut Beschluß des, Bezirks Oberfranken
vom 4. Dezember 1951, nach dem der Bezirk in vier Gaue unterteilt wird,
fand hier die Gründung des Gaues Nord statt.
An dieser sehr gut besuchten Tagung nahmen
unter anderen Bezirksschützenmeister Willi Müller, Hof, sowie
1.Bürgermeister Unrein teil. Wie Schwemmlein eingangs erklärte,
sind die Gaue Nordost und Süd bereits gegründet.
Die Unterteilung hat zum Ziel, den Schützenverbänden
innerhalb der Gaue eine größere Entfaltungsmöglichkeit
zu geben. Willi Peter, 1.Schützenmeister der Priv. Scharfschützengesellschaft
Lichtenfels, begrüßte zugleich im Namen der Zimmerstutzenschützengesellschaft
die Gäste in Lichtenfels und hob hierbei hervor, daß Lichtenfels
eine der ältesten Schützengesellschaften besitze, die eine alte
Tradition mit der Stadt verbindet. Nachdem in Zukunft die Erlangung einer
Waffe nicht mehr vom Besitz einer Jagdkarte abhängig sein werde, sei
auch die Voraussetzung gegeben, daß demnächst wieder mit Zimmerstutzen
und Kleinkaliber auf Scheiben geschossen werden kann. >>>>>
Dadurch werde der deutsche Schützensport
wieder das werden, was er einst war.
1.Bürgermeister Unrein entbot den
Gästen, den Willkommensgruß der Stadt Lichtenfels. Im Schießsport
vereinigten sich Zusammengehörigkeit und Kameradschaft mit echtem
Volksleben, das besonders bei den Schützenfesten zum Ausdruck komme,
so daß auch die Stadt das ihrige dazu tun werde, um den Schützenvereinen
die Möglichkeit zu geben, in der engeren und weiteren Heimat volksverbunden
zu wirken.
Bezirksschützenmeister Müller
erklärte, das Jahr 1951 sei für die Schützen ein Jahr des
Aufbaues
gewesen. Für viele, Vereine fehlte die Grundbedingungen für eine
Wiederaufnahme des Schießsportes, weil vieles vernichtet bzw. anderweitig
besetzt worden sei. Diese Objekte, wie Vereinshäuser, Schießstände
usw. müßten zum Teil erst wieder Eigentum werden. Er hob hierbei
hervor, daß auf Grund ,der alliierten Kontrollratsbefehle eine Schützengesellschaft
niemals verboten, sondern lediglich in ihrer sportlichen Betätigung
gehemmt gewesen sei.
Dadurch ergibt sich, daß der Urheber
für eine Beschlagnahmung auch dafür verantwortlich sei, daß
diese Objekte wieder in den Zustand von 1945 kämen. Eine Forderung,
die rechtlich, aber nicht wirtschaftlich bzw., wohnungsmäßig
durchführbar sei. >>>>>
Maßgebend wäre jedoch, daß
der Schießsport, als solcher anerkannt werde. Auch daß die
Schützenvereine heute vorerst nur mit Luftgewehren schießen,
könne die Liebe zum Sport nicht beeinträchtigen, zumal Art und
Ausführung der Luftgewehre bezüglich Zielgenauigkeit auf Entfernungen
bis zu zehn Metern dem Zimmerstutzen gleichkommen.
Abschließend stellte der Bezirksvorsitzende,
die drei Symbole des Schießsportes heraus:
Schützen-Kameradschaft, Schützentreue
und Schützenehre.
Aus Verbundenheit mit besten alten Traditionen,
verbunden mit Volk, und Heimat sei es deshalb berechtigt, für den
Schießsport und seine uneingeschränkte Ausübung einzutreten.
In der sich anschließenden Wahl
des, Gauvorstandes wurden zum Gauschützenmeister Bernhard Schwemmlein,
Coburg, zum Stellvertreter Willi Peter, Llchtenfels, zum Schriftführer
Ludwig Müller, Coburg und zum Kassierer Anton Boller, Neustadt gewählt.
Dem Ausschuß gehören an: Hans
Pfadenhauer, Lichtenfels, Karl Lang, Ludwigstadt, Erwin Schön, Rodach,
Willi Kümmeth, Kronach, Longinus Naar, Staffelstein, Hermann Schmiedeknecht,
Neustadt, Otto Stammberger, Michelau und Alfred Raab, Förtschendorf.
Im weiteren Verlauf der Gründungsversammlung
nahm , Bezirksschützenmeister Müller zu allgemeinen internen
Fragen Stellung, bei denen zum Ausdruck kam, daß der Bayer. Sport-Schützenbund
der Rechtsnachfolger aller Schützenverbände ist. >>>>>
Lichtenfelser Tagblatt vom 17.02.1952
Chronik des Gaues Nord
im BSSB-Bezirk Oberfranken
Enthalten in der Festschrift zum 44. Bayerischen
Schützentag in Lichtenfels
Vor 42 Jahren, am 17.Februar 1952, versammelten
sich im Schützenhaus Lichtenfels die Vertreter von 12 Schützengesellschaften,
die 595 Schützen repräsentierten, aus den Landkreisen Coburg,
Kronach, Lichtenfels und Staffelstein und den kreiseigenen Städten
Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach, zur Gründungsversammlung des
Gaues Nord. >>>>> Vorausgegangen
war Anfang Dezember 1951 in Kulmbach die Gründung des Bezirks Oberfranken
im Bayerischen Sportschützenbund, bei der die Einteilung des Bezirks
Oberfranken in vier Gaue festgelegt wurde. Zum Gauschützenmeister
wurde Bernhard Schwämmlein aus Coburg gewählt. Außerdem
wurde das Gauschützenmeisteramt komplettiert, ein Gauausschuß
und die Vertreter für den Bezirksausschuß bestimmt. Aus dem
Protokoll dieser Versammlung geht hervor, daß man sich mit der Frage
beschäftigte, ob und wie den durch Kriegs- und Nachkriegszeit in große
Schwierigkeit geratenen Schützenvereinen geholfen werden könnte,
wie sie von der Körperschaftssteuer befreit, ob für die nächsten
Jahre Gauschießen durchgeführt und wie die Schützenfesttermine
miteinander abgestimmt werden können. Außerdem wurde zur Kenntnis
gebracht, daß der Bayerische Sportschützenbund Rechtsnachfolger
des Bayerischen Schützenverbandes und somit der Bezirk Oberfranken
der Rechtsnachfolger des ehemaligen Gaues Oberfranken ist. Am Schluß
wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es zu weiteren Wieder- und
Neugründungen der Schützengesellschaften kommen wird und daß
diese Mitglieder im BSSB werden. Diese Hoffnung erfüllte sich im Gau
Nord von Jahr zu Jahr. >>>>>
Nach den plötzlichen Tod von Bernhard
Schwämmlein im Jahre 1968 trat Siegfried Möslein die Nachfolge
an und übt dieses Amt über 25 Jahre bis heute aus. Sein treuer
Wegbegleiter im Gauvorstand war und ist Wolfgang Felmberg, der verschiedene
Vorstandsämter ausübte und heute als 2.Gauschützenmeister
fungiert.
Heute zählt der Gau Nord über
9200 Mitglieder, die in 65 Gesellschaften oder Vereinen tätig sind.
Darunter sind eine Reihe altehrwürdige Gesellschaften, deren Gründung
z.B. bis in das Jahr 1354 nachgewiesen ist. Aber auch eine Anzahl junger
Vereine sind im Gau Nord zusammengeschlossen. >>>>>
Die in der Gründungsversammlung genannten
drei Schwerpunkte unserer Arbeit:
»Schützen-Kameradschaft, Schützen-Treue,
Schützen-Ehre« sind im Gau Nord lebendig erhalten geblieben.
Es gereicht dem Gau zur besonderen Ehre, daß Weltmeister, Europa-
und Deutsche Meister aus ihm hervorgegangen sind und sich Schützen
aus unseren Vereinen an den Olympischen Spielen beteiligen konnten.
Das Gauschützenmeisteramt ist stolz,
daß wir nach dem Jahr 1978, also nach 16 Jahren, gemeinsam mit der
Kgl. privil. Schützengesellschaft Lichtenfels den 44.Bayerischen Schützentag
in der Gründungsstadt unseres Gaues ausrichten dürfen. >>>>>