| Die Schützenfahnen |
Chronik-Inhalt |
(siehe hierzu auch detaillierte Informationen
unter „von 1840 bis zum Jubiläumsschießen 1910“)
Was wären Feste und Umzüge ohne
die prächtigen Fahnen der Vereine, die den Ort des Geschehens in ein
buntes Farbenmeer verwandeln?
Mit Wappen und Sinnbild
Eine Fahne ist in ihrer ursprünglichen
Bedeutung ein ein- oder mehrfarbiges, meist mit Wappen und Sinnbildern
ausgestattetes Tuch, das symbolisch Menschen zur Treue verpflichtet. Als
Feldzeichen wurde sie schon im Altertum benutzt. Im Abendland hielt sie
im 9.Jahrhundert Einzug. Eine sehr lange Tradition hat die Fahne auch im
Vereinswesen. Früher schworen Mitglieder vor ihrer Aufnahme über
der Vereinsfahne Treue. Der modernen Zeit angepasst, ist sie heute eher
zu einer Art Erkennungszeichen für einen Verband geworden. Dennoch
darf auch heutzutage die Vereinsfahne bei bedeutenden öffentlichen
und internen Anlässen nicht fehlen. Zu einer Fahne gehören in
der Regel Fahnenbänder, die an der Spitze der Tragestange befestigt
werden. Es ist ein alter Brauch, dass Bänder von Mitgliedern und befreundeten
Gruppen gestiftet werden. Jedes Band trägt zur Erinnerung den Namen
des Spenders.
Die erste Schützenfahne
1810
Wann die erste Schützenfahne beschafft
wurde, ist aus den vorhandenen Archivalien nicht zu ersehen. Vermutlich
war sie aber schon in den Gründungsjahren um 1810/11 vorhanden. Von
Ihrem Aussehen ist uns leider nichts bekannt.
Die zweite Schützenfahne
1869
Da ihr Äußeres sehr bescheiden
war, wurde im Jahre 1869 der Wunsch nach einem neuen Banner laut.
Am 19.September 1869 trat die ganze Stadt
dann zur Weihe der Schützenfahne an. Schützenmeister Hofmann
sprach allen Frauen und Jungfrauen, welche die Schützengesellschaft
mit diesem herrlichen und kostbaren Geschenk beehrten und allen Denen,
welche zur Ausführung dieses schönen Werkes mitgewirkt haben,
Namens der Gesellschaft seinen Dank aus und betonte hierbei insbesondere,
dass dadurch einem schon seit langer Zeit gehegten Lieblingswunsche endlich
einmal, und zwar in glanzvoller Weise Rechnung getragen worden sei.
Die eine Seite der Fahne trage das Weiße
der Unschuld, weshalb sie auch rein und makellos erhalten bleibe, während
das Grün der anderen Seite, als Symbol der Hoffnung, zu jeder Zeit
daran erinnern soll, Hand in Hand zu gehen zur Kräftigung und Erstärkung
des Vereins, damit auch spätere Zeiten den Dank noch bekunden können,
der unseren holden Spenderinnen gebührt. Er schloss auf das Gelingen
dieser Wünsche mit einem dreifachen Hoch auf die Schützengesellschaft.
An der Weihe selber nahmen 23 Ehrenjungfrauen
teil. Der Turnverein war 50 Mann stark, die Feuerwehr mit 25 Mann zur Stelle.
Der Kaufmann Gottfried Gagel trug die alte Schützenfahne im Festzug
mit.
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Die zweite Schützenfahne von 1869 |
Die Vorderseite der dritten Schützenfahne von 1975 |
Die Rückseite der dritten Schützenfahne von 1975 |
Die Dritte Schützenfahne
1975
Nachdem die "altersschwache" Traditionsfahne
von 1869 bei den Umzügen nicht mehr mitgeführt werden stiftet
das langjährige Ausschussmitglied und ehemaliger Bürgermeister
Dr. Baptist Hofmann eine neue Schützenfahne. Sie wird im Rahmen
einer Feierstunde, am Schützenfest, am 12. Juli 1975 im Rathaussaal
von Dekan Höfinger, Pfarrer Raum und Vikar Pertram geweiht und der Gesellschaft übergeben.
Dr. Baptist Hofmann erhält im Rahmen
der Generalversammlung 1976 die Ehrenmitgliedschaft in der Schützengesellschaft,
nachdem er mehr als 30 Jahre aktiv im Ausschuss tätig war und sich
nach 1945 sehr intensiv für die Belage der Gesellschaft eingesetzt
hat, als es galt den ehrwürdigen Namen „königlich privilegierte“
wieder zu erlangen.
Der Stifter unserer Fahne sprach in seiner
Festrede das aus, was auch für uns heute gelten soll: „Unter der neu erworbenen
Fahne wird die hohe Tradition der Scharfschützengesellschaft fortgesetzt.
Die Fahne wird für die aktiven Schützen nicht nur nicht nur Begeisterung
für die edle Schützensache entfachen, sondern auch Ansporn sein,
den Schießsport weiter zu pflegen. Alle Mitglieder werden aber bestrebt
sein, das hohe Ansehen und den guten Ruf, den die Schützengesellschaft
schießsportlich über Lichtenfels und Umgebung weit hinaus besitzt,
zu erhalten.“
( Dr.
Baptist Hofmann erhielt für sein mutiges Eingreifen zur Rettung der
Stadt bei Kriegsende 1945, am 22.Dezember 1959 die Ehrenmedaille von Lichtenfels.
Damals im April 1945 entging Lichtenfels
um Haaresbreite einer Katastrophe. Amerikanische Bomber waren bereits unterwegs,
um die Stadt in Schutt und Asche zu legen, die ersten Panzergranaten schlugen
in den Turm der Stadtkirche, der Obere Turm erhielt drei Volltreffer, 15
Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt und auch auf dem Marktplatz
explodierte eine Granate und zerstörte die Rathaustür. Baptist
Hofmann nach schwerer Verwundung 1941 aus dem Heeresdienst entlassen und
seit 1942 stellvertretender Bürgermeister übergab am 12.4.45
die Stadt an die Amerikaner der 11th Armored Division.)
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Mit einem Händedruck vollzieht Dr. Baptist Hofmann die Übergabe der neuen Fahne an den Ersten Schützenmeister Erich Hanitzsch |
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Den Jubiläumspokal der Stadt
Lichtenfels überreichte 1983 Erster Bürgermeister Dr. Günther Hauptmann dem
Ehrenmedaillienträger der Stadt, anlässlich seines 80. Geburtstages. (mit Abordnung der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft, hier Erster Schützenmeister Siegfried Jäkel und Erster Schriftführer Kurt Hofmann) |