| Vom Schießen der Schützen |
Chronik-Inhalt |
Schützen-Festscheibe aus dem Jahre 1864, erinnert an die Eröffnung des neuen Schießhauses.
Berichtet man aber von Schützenfesten,
ist es unerlässlich, auch von dem eigentlichen Kern eines jeden Schützenfestes,
dem Schießen, einen Eindruck zu vermitteln.
Die Einlage für das Schießen
bestand aus einem Gulden und dreißig Kreuzern (1 fl 30 kr) für
das Los. Alle Gattungen gezogener Büchsen und Standrohre waren zugelassen.
Bis zum Aufkommen der Freischießen wurde mit aufgelegtem Gewehr geschossen.
Die Büchsen waren Vorderlader. Eigene Ladetische, an denen nicht geraucht
werden durfte, waren außerhalb der Schießstände aufgestellt.
Dort wurden zuerst die Zündhütchen in die Gewehre eingesetzt,
und dann maß man das notwendige Quantum Pulver mit dem Pulvermaß
ab, das nach der Entfernung, auf welche geschossen wurde, abgestimmt war.
Dieses Pulvermaß war ein kleines röhrenförmiges Gefäß
aus Messing, das mit einer Stricheinteilung und einem verschiebbaren Boden
versehen war; je weniger Pulver für den beabsichtigten Schuss benötigt
war, desto höher wurde der Boden des Pulvermaßes geschoben.
Wenn das Pulver in den Lauf geschüttet war, wurde ein Propfen aus
Leinen nachgeschoben und die eingefettete Kugel in den Lauf gebracht. Sie
musste nun mit dem Ladestock so lange nach unten gestoßen werden,
bis beim Stoßen kein hohler Klang mehr zu hören war und der
Ladestock leicht zurücksprang. Das war das Zeichen, dass die Kugel
auf dem Boden fest aufsaß. >>>>>
Es gab damals nur zwei Schießstände.
Sie waren vollständig abgeschlossen, damit der Schütze ungestört
seinen Schuss abgeben konnte. Nur ein kleines, rundes Glasfenster in der
Türe ermöglichte einen Einblick in den Stand. Nach jedem Schuss
musste der „Schießgeselle" den Stand verlassen und einem anderen
Schützen Platz machen, da das oben beschriebene Laden der Büchse
eine längere Zeit in Anspruch nahm.
Die Scheiben waren dreiteilig und nur
„Dreier"- und „Zentrum"-Treffer wurden gewertet. Im Mittelpunkt der Scheibe,
die unbeweglich war, befand sich ein Rohr. Gelangte die Kugel in das Zentrum
und damit in das Rohr, wurde ein Mechanismus ausgelöst, der eine Figur,
einen Bajazzo, hochschnellen ließ. War das Zentrum einmal von einem
Schützen getroffen worden, wurde das Schießen eingestellt und
eine Kommission begab sich an den Schützenstand, um festzustellen,
ob es damit seine Richtigkeit habe. War dies der Fall, wurde der Schütze
vom Scheibenstand zum Schießhaus geführt, die Musik und die
Zieler begleiteten ihn, und die Festbesucher jubelten.
Das ganze Schießen wurde von den
Schützenmeistern und Kleinodienmeistern beaufsichtigt und geleitet.
Da man eine so anstrengende Tätigkeit nicht umsonst verlangen konnte,
hatten die Schützenmeister das „Zuckerwasser", das sie während
des Schützenfestes tranken, frei. Der Genus von Bier war ihnen bei
der Durchführung ihres schweren Amtes nicht gestattet.5) >>>>>
Der alte Schützengeist war jedoch
nicht erloschen. Die treibende Kraft der 2.Wiedergründung ist Johann
Baptist Silbermann. Er baut aus eigenen Mitteln im Jahre 1834 auf dem Anger
ein neues Schießhaus.
Der heutige Vorsaal verkörpert diesen
Bau. Als offizieller Gründungstag darf der 29. Mai 1834 genannt werden.
>>>>>
Auch in den folgenden Jahren ging es mit
der Gesellschaft stets aufwärts. Bald war das Schützenhaus zu
klein. Im Jahre 1863 beschloß man, das Schützenhaus zu erweitern.
Der Anbau bestand aus einem Tanzsaal, einem Spielzimmer, einem Buffet und
einer Küche. Die ganze Anlage erhielt eine neue Bedachung, eine Heizungs-
und eine Gaseinrichtung.
Als im Jahre 1866 der Krieg zwischen Bayern
und Preußen ausgebrochen war, wurde das Schützenhaus von bayerischen
Truppen belegt, teils als Wachtgebäude, teils als Schreibstube. Die
Schützen holten ihr Schützenfest nach dem Friedensvertrag vom
23. August 1866 nach.
Welches Ansehen die Lichtenfelser Schützen
zu dieser Zeit genossen, wird deutlich, dass ihnen Herzog Maximilian von
Bayern, der damalige Schloßherr von Banz, einen fein gearbeiteten
Silberpokal überreichen lies.
Im Jahr 1868 ließ der bayerische
König eine neue Schützenordnung ausarbeiten und dem Verein vorlegen.
Die Generalversammlung vom 25.Oktober 1868 genehmigte einstimmig die neue
Satzung. Dadurch erhielt die Gesellschaft das Recht, den Titel "Königlich
Privilegierte Scharfschützengesellschaft" zu führen.
Der deutsch-französische Krieg 1870/71
brachte wesentliche Behinderungen im Vereinsleben. Nicht nur das herkömmliche
Schützenfest mußte 1870 unterbleiben, auch das Schießhaus
selber diente vom 18.September 1870 bis 31.März 1871 als Vereinslazarett.
Der Lichtenfelser Zweigverein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter
Krieger, unter Vorsitz von Bezirksamtmann Dr. Heim, richtete ab 13.September
1870 unter freiwilliger Mithilfe der Einwohnerschaft im Schießhaussaal
ein Lazarett ein. >>>>>
Um im Sport leistungsfähig zu bleiben,
wurden in 1889 die Schießstände von 100 m auf 175 m erweitert.
Beim Schützenfest 1893 gelangte der vom hiesigen Chorrektor Lutz komponierte
"Lichtenfelser Schützenmarsch" unter
Zugrundelegung der Melodie "Im Wald und auf der Heide" erstmals zur Aufführung.
Leider hat sich der Marsch im Schützenarchiv nicht erhalten und ist
bis heute verschollen. Das Schützenhaus wurde schon 1897 an den Fernsprechverkehr
angeschlossen, der Festplatz bereits mit Gasglühlicht beleuchtet.
Das Jahr 1910 stand für die Schützen ganz im Zeichen der Hundertjahrfeier
der 1.Wiedergründung. 121 Schützen beteiligen sich am sportlichen
Wettbewerb. Über den "Ehrengabentempel" schreibt ein Zeitzeuge: "Einig
ist man sich wohl allseits darin, daß noch selten ein Schützenverein
ein Jubiläumsschießen an Ehrengaben so ausstatten konnte, wie
Lichtenfels es vermochte."
Auch in den nächsten Jahren feiern
die Schützen rauschende Feste. >>>>>
Für die Zeit vom 12. bis 15 Juli
1914 hatte die Schützengesellschaft zum Schützenfest geladen.
Das Schießprogramm für das Hauptschießen wurde auf sechs
Scheiben abgehalten. Es gab eine Glück-, Meister-, Adler-, Haupt-,
Fest- und Ehrenscheibe. Die Entfernung vom Stand des Schützen bis
zur Scheibe betrug 175 Meter. Es wurde außerdem auch eine Wildscheibe
„laufender Keiler“ beschossen. Am Sonntag vormittag 10.30 Uhr war der Schützenauszug.
Diese Tradition besteht auch heute noch. Der Festball wurde am Montag,
19.30 Uhr abgehalten und am Dienstag um die gleiche Zeit war das Festkonzert.
Ein weiteres Konzert wurde am Mittwoch um 19.30 Uhr abgehalten. Am diesem
Tag fanden auch die Preisverteilung und der Schützeneinzug statt.
Danach erfolgte die Rückbegleitung der Fahne mit Musik zum Rathaus.
Auch dieser Brauch hat sich bis in die heutige Zeit gehalten. Doch mit
dem Ausbruch des 1.Weltkrieges am 28.Juli 1914 erlosch die Tätigkeit
der Schützen für vier Jahre.
Der Erste Weltkrieg beendete für mehr
als vier Jahre jede praktische Tätigkeit der Schützengesellschaft,
und auch auf die Durchführung der Schützenfeste musste in den
Jahren 1915 - 1918 verzichtet werden.
Am 3.August 1919 erst wagte man, wieder
ein Schützenfest zu veranstalten. Am 3. August 1919 konnte nach fünfjähriger
Pause erstmals wieder das „Freischießen" durchgeführt werden,
allerdings nur drei Tage lang. Das „Tagblatt" schrieb damals: „Es war das
altgewohnte, anmutige, so viele Jahre vermisste Bild, dass der Festzug
sich unter den Klängen der Bamberger Militärmusik und unter Teilnahme
der eingeladenen Vereine nach dem Schießanger bewegte; doch war etwas
anders wie sonst. Die Zeiten haben sich geändert und auch die Menschen.
Die reine Festesfreude und Stimmung kam nicht zum Durchbruch."6) >>>>>
Die Schützenfeste in den Jahren 1921-1923 standen im Zeichen der Inflation. Im Jahr 1923 betrug bei der Abschlußrechnung der Kassenbestand einen Wert von 207 Billionen. Trotzdem war die Gesellschaft praktisch finanziell nicht mehr handlungsfähig, wenn man bedenkt, dass eine Monteurstunde 51.000 Mark und eine Sicherungspatrone 330.000 Mark kostete. >>>>>
Die Schützenfeste von 1921, 1922 und
1923 standen im Zeichen der Inflation. Das Treiben auf dem Festplatz verlief
wie in früheren Zeiten, aber man musste jetzt mit Zehntausendmarkscheinen
Dinge bezahlen, die man früher für zehn Pfennig erhielt.7)
Am 20. September 1925 konnte die Scharfschützengesellschaft
eine seltene Ehrung begehen: Ehrenschützenmeister Kommerzienrat Krauss
feierte das Goldene Schützenjubiläum. Mit herzlichen Worten wurden
die hohen Verdienste des Jubilars um die Schützensache hervorgehoben.
Anlässlich seiner 50jährigen Mitgliedschaft bei der Schützengesellschaft
wurde er zum Ehrenschützenmeister des Oberfränkischen Schützenbundes
ernannt und zugleich wurde ihm die Ehrenschleife des Verbandes (Prinz-Alfons-Erinnerungszeichen)
überreicht. 8)
langen Zug auf. Aber auch schmucke Kindergruppen, so der »Hochzeitslader« und eine Radfahrergruppe waren vertreten. Ferner die Turnerjugend im weißen Anzug, eine Kindergruppe in Rokoko-Tracht, ein Miniaturauto mit Blumenschmuck, eine Gruppe guirlandentragender Mädchen und der Prachtwagen mit einer Blumenkrone. Auf dem Festplatz begrüßte zweiter Bürgermeister Fickentscher namens der Stadt die fröhliche Kinderschar und beglückwünschte sie zu ihrem ersten Kinderfest in Lichtenfels. Der Dank des Redners galt der Scharfschützengesellschaft, die das Fest so herr-lich durchgeführt hatte.«
1933 >>>>>
Am 14. Mai 1933 wird eine Kleinkaliberabteilung
gegründet. Diese Jung-schützenabteilung soll den Nachwuchs für
die Altschützengesellschaft sichern.
Mit der Machtübernahme Hitlers erfolgt
die Gleichschaltung der Gesell-schaft im Sinne der Richtlinien der NSDAP.
Ein Versuch, sich diesem Eingriff nach Möglichkeit zu entziehen, blieb
erfolglos. Noch am 4. 3. 1933 lehnte die Schützengesellschaft die
offizielle Teilnahme an der von der NSDAP veranstalteten öffentlichen
Kundgebung mit der Begründung ab: „Wir haben uns in dieser Sache an
den Deutschen Schützenbund gewandt und von daher die Weisung erhalten,
dass unsere auf vaterländischem Boden stehenden Schützenvereine
sich nur dann an derartigen Veranstaltungen beteiligen sollen, wenn dazu
von der Regierung selbst oder von der Gesamtheit der vaterländischen
Verbände aufgerufen wird."9)
Doch vergebens. Tages-punkt bei der Generalversammlung
vom 17. November 1933 ist die »Um-stellung der Satzungen auf das
»Führerprinzip«. Die vom Führer des Deutschen Schützenbundes
für die Neugestaltung der Schützengesellschaften herausgegebenen
Richtlinien und Vorschriften wurden bekannt gegeben. Für die Gesellschaft
war bisher die Bayerische Schützenordnung von 1868 gültig gewesen.
Die Schützengesellschaft war praktisch tot, sie hatte auch keine rechtliche
Vertretung mehr. Die neuen Satzungen waren in der Hauptsache auf die Durchführung
des Führerprinzips ausgerichtet. Sie bestimmten, dass nur noch der
Führer, sein Stellvertreter und zwei Kassenprüfer gewählt
wurden, während die Beiräte und Mitarbeiter vom Führer bestimmt
wurden. >>>>>
Gegen die Beibehaltung des bisherigen
Namens war vom Deutschen Schützenbund nichts eingewendet worden. Da
jedoch das königliche Privilegium durch die neuen Verhältnisse
praktisch unwirksam wurde, beschloss die Versammlung, das „königlich"
wegzulassen und den Namen „Privilegierte Scharfschützen-Gesellschaft
Lichtenfels" zu führen. Udo Krauss wurde einstimmig zum Führer
der Gesellschaft gewählt als dessen Stellvertreter Hans Frank (der
bisherige 2. Schützenmeister).10) Diese Männer galten als Garanten
dafür, die Gesellschaft fern der Tagespolitik im alten sportlichen
und kameradschaftlichen Geist fortzuführen.
1934 Um diesen Schützengeist
nicht erlahmen zu lassen und ihn zu demonstrieren, ruft Udo Krauss die
Mitglieder zur Teilnahme am Schützenzug auf „Kein Aktiver darf beim
Schützenauszug fehlen. Nur allertriftigste Gründe können
in diesem Jahr Geltung haben für die Nichtbeteiligung am Schützenzug.
Wir müssen durch eine imposante Beteiligung an unserem Freischießen
und insbesondere auch wieder am Schützenauszug der Bevölkerung
1935 wurden erstmals Wettkämpfe im
Kleinkalibersport durchgeführt. Ab 1937 wurde das Kinderfest zu einer
festen Einrichtung während des Schützenfestes.
In der zweiten Julihälfte 1939 konnte,
nur wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, das Schützenfest
in vollem Glanz noch einmal durchgeführt werden. Zum Kinderfest waren
auch die Schulen der Nachbarorte Trieb, Seubelsdorf, Kösten, Schney
und Mistelfeld eingeladen. Jede Klasse beteiligte sich mit einigen Gruppen.11)
Der Ausbruch des 2.Weltkrieges bewirkte
eine Lähmung des Schießbetriebes und des Vereinslebens. >>>>>
Während des Krieges fanden Schützenfeste
nicht mehr statt, doch die Schießübungen wurden in beschränktem
Umfang weitergeführt.12) Als Ersatz wurden 1942 Kriegsschießen
veranstaltet, an denen auch benachbarte Schützengesellschaften teilnahmen,
und 1944 konnte nochmals ein SA-Wehrschießen abgehalten werden.13)
Es konnte noch geschossen werden - wenn auch in beschränktem Umfang.
Ab 1943 stand das Schützenhaus dem Roten Kreuz als Reservekrankenhaus
zur Verfügung.
Mitte April 1945 wurde das Haus teilweise
zerstört. Viele wertvolle Scheiben gingen dabei verloren, ein Teil
des Schützenarchives wurde verbrannt.
Als der Krieg seinem Ende entgegenging,
bestand die Privilegierte Scharfschützengesellschaft nicht mehr; ohne
rechtliche Vertretung war sie aufgelöst. >>>>>
Die Wiedergründung erfolgte 1948
durch die Gründung des "Gesellschaftsvereins Lichtenfels". Der Name
wurde - als es die Besatzungsmacht zuließ - noch im gleichen Jahr
geändert, der alte Name "Privilegierte Scharfschützengesellschaft
Lichtenfels" wurde wieder eingeführt.
Am 15.Dezember 1949 wurde die Priv. Scharfschützengesellschaft
wieder unter ihrem alten Namen in das Vereinsregister eingetragen, erhält
aber den Zusatz e.V..
Das Freischießen führte vom
17. bis 24. Juli 1949 der Stadtrat Lichtenfels als "Volksfest" mit Kinderfest
und Trachtenzug durch. Im Jahr 1950 war die Schützengesellschaft nach
einer Pause von 10 Jahren erstmals wieder in der Lage, das traditionelle
Schützenfest aus eigener Kraft durchzuführen. 1951 zum Schützenfest
kann die Gesellschaft als Ehrengäste den bayerischen Wirtschaftsminister
Dr. Seidel und Bundesjustizminister Dr. Dehler begrüßen. Beim
Abschießen 1951 ist zum ersten Mal eine Damenscheibe aufgestellt,
die sehr viele Damen auf den Schießstand lockt.
Am 17. Februar 1952, versammelten sich
im Schützenhaus Lichtenfels die Vertreter von 12 Schützengesellschaften
aus den Landkreisen Coburg, Kronach, Lichtenfels und Staffelstein und den
kreiseigenen Städten Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach, zur Gründungsversammlung
des Schützengau Nord.
Nach einem Aufruf des Innenministeriums
1954 erkannte man die Satzung von 1868 wieder an, der alte Titel "Königlich
privilegierte" kam dadurch wieder zu Ehren.
Das Jahr 1959 steht ganz im Zeichen der Vorbereitungen der Festlichkeiten im Jubiläumsjahr 1960. >>>>>
Man beschließt, das Archivmaterial der Gesellschaft im Archiv der Stadt Lichtenfels unterzubringen, zumal das Staatsarchiv in München den Wert und die Bedeutung unseres Archivs erkannt hat und sein Interesse an eine sichere Verwahrung geäußert hat. Die Übergabe erfolgt mit einem Verzeichnis über den Archivbestand, das laufend ergänzt wird. Das Archivmaterial bleibt Eigentum der Gesellschaft und darf ohne Zustimmung der Gesellschaft nicht anderweitig verlagert werden, ein Rücknahmerecht ist gewahrt. Das Archivmaterial wird zu den üblichen Bedingungen vom Stadtarchivar verwaltet. Die jeweils letzten fünf Jahresbände verbleiben im Schützenhaus, die älteren werden an das Stadtarchiv abgegeben. >>>>>
Der Kampf um den Namen geht weiter. Das
Amtsgericht hatte in einem Schreiben vom 27.11.1958 gedroht, die Gesellschaft
im Vereinsregister zu löschen, falls man auf den Zusatz „privil.“
bestehen sollte. Die Generalversammlung beschließt, gegen den Bescheid
des Amtsgerichts Widerspruch zu erheben. Mit Erfolg!
Das Bayerische Oberste Landesgericht beschließt
am 14. 8. 1959: 1.Der Beschluß des Landesgerichts Coburg vom 22.
5. 1959 und der Beschluß des Amtsgerichts Lichtenfels vom 13. 4.
1959 werden aufgehoben. 2.Der Widerspruch der Privil. Scharfschützengesellschaft
Lichtenfels e. V. gegen ihre vom Registergericht beabsichtigte Löschung
im Vereinsregister
ist begründet. Eine Änderung
des alten Rechtszustandes könnte nur erfolgen, wenn die Verwaltungsbehörde
die Privilegien entziehen oder die Gesellschaft auf diese verzichten würde.
Das ist nicht der Fall. Inzwischen hat das Bayer. Staatsministerium des
Innern die Gesellschaft aufgefordert, die Verleihung der Korporationsrechte
nachzuweisen. Es ist anzunehmen, daß dieser Beschluß des Landgerichts
weitere Verfahren nach sich zieht, deshalb bereitet das Innenministerium
eine Grundsatzentscheidung über den Rechtsstand der Privil. Scharfschützengesellschaften
in Bayern vor.
1960: 150-Jahrfeier >>>>>
Das Jahr 1960 kann als Markstein in der
Geschichte der Kgl. privil. Scharfschützengesellschaft betrachtet
werden. Drei Jahre dauerten die umfangreichen Vorbereitungen, um den 150.
Geburtstag der Gesellschaft würdig begehen zu können. Unschätzbare
Verdienste an Vorbereitung und Durchführung haben Erster Schützenmeister
Wilhelm Krautheim und sein Schützenmeisteramt. Am 30. 4. 1960 kann
die neue Schießanlage übernommen werden. Sie umfaßt im
Obergeschoß 13 Stände für Luftgewehr, im Erdgeschoß
4 Kleinkaliberstände mit 50 in Entfernung, 3 Großkaliberstände
für 100 m Entfernung und 1 Pistolenstand mit 25 m Entfernung. Sämtliche
Klein- und Großkaliberstände sind mit elektro-automatischen
Scheibentransportanlagen ausgestattet. Diese Anlage zählt (neben Kronach)
mit Abstand zur schönsten und modernsten in Oberfranken. Ein besonderer
Dank geht bei der Einweihung an Herrn A. Söllner, dessen Hilfestellung
die Errichtung der Anlage erst ermöglichte.
Im Laufe des Frühjahrs 1960 erfolgt
die Renovierung des Schützenhauses: Wandbespannung im Saal, tapezieren
von Wänden und Decken, farbige Fenster in der Empore, neues Mobilar,
usw.
Der Stadtarchivar, Herr Heinrich Meyer,
schreibt eine Chronik des Lichtenfelser Schützenwesens, in der der
Lichtenfelser Schießsport und das gesellschaftliche Leben durch Jahrhunderte
hinweg aufgezeichnet wird.
Fotos der Schützenkönige seit
1910 werden gesammelt und in einem Bild, im Schützenhaus aufgehängt,
vereinigt. >>>>>
Für den zweiten Schützenmeister
wird eine neue Kette gefaßt, und zwar aus 29 gestifteten Münzen
der Schützenkönige von 1910 - 1959. Die Kette wird am Festabend
des Schützenfestes dem zweiten Schützenmeister Werner Müller
übergeben.
Verlauf des JUBILÄUMSSCHÜTZEN-
UND VOLKSFESTES:
Das Schützenfest wird auf 10 Tage
ausgedehnt.
Wesentliche Veranstaltungen:
Donnerstag:
Serenade auf dem Marktplatz mit bengalischer
Beleuchtung.
Freitag:
Festabend:
Über diese Veranstaltung schreibt
die Presse: »Es war die be-deutendste und kultivierteste Veranstaltung
des Jahres. Die neue, überaus geschmackvolle Dekoration des Hauses,
das hohe Niveau der Festreden und das mitreißende einstündige
Programm des Landestheaters Coburg formten gemeinsam ein unvergeßliches
Erlebnis.« >>>>>
Dienstag:
Festessen mit Ehrungen. Bei dieser Gelegenheit
überbringen befreundete Lichtenfelser Vereine dem Jubilar Glückwünsche.
Auch alle anderen Veranstaltungen werden
ein voller Erfolg. Der Jubiläumsfestzug wird vom Bayerischen Rundfunk
auf Tonband für die »Bayernchronik« festgehalten.
Sportlich ist dieses Hauptschießen
ebenfalls bemerkenswert: 501 Schützen kommen aus nah und fern nach
Lichtenfels, um sich am Schießen zu beteiligen, ein Rekordergebnis!
Am Nachmittag vermögen die Schießstände den enormen Andrang
der auswärtigen Schützen nicht mehr zu bewältigen. Viele
Schützen müssen das Schießen abbrechen, da eine Verlängerung
der Schießzeit nicht mehr möglich ist.
Die Gaumeisterschaften werden 1961 erstmalig
in Lichtenfels ausgetragen, da nun alle Disziplinen durchgeführt werden
können. Die Organisation ist mustergültig, das Schießen
(über 500 Schützen nehmen teil) verläuft reibungslos.
Durch die Initiative des ersten Geschoßmeisters
Rudolf Großmann und Herbert Lewandoske wird eine Pistolenmannschaft
gebildet, die in Vergleichsschießen mit Coburg, Kronach bzw. Bamberg
bereits gute Erfolge erringen kann. >>>>>
Das Innenministerium hat eine Grundsätzliche
Entschliessung über den Rechtsstand der »Privilegierten Schützengesellschaften«
gefaßt. Im Ministerialblatt vom 27.01.1961 heißt es u. a.:
„Das Recht, die Bezeichnung –privilegiert- zu führen, kommt nur denjenigen
Schützengesellschaften zu, die ihre Rechtspersönlichkeit vor
dem Inkrafttreten des BGB
a) durch eine ausdrückliche landesherrliche
Einzelverleihung oder
b) durch Anerkennung der Schützenordnung
vom 25.August 1868 erlangt und nicht durch ausdrückliche Entziehung
das –Privileg- wieder verloren haben.“
Für unsere Gesellschaft trifft Fall b) zu, damit ist die Führung des Namens „Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels“ berechtigt. Nach der Bestätigung durch das Innenministerium soll der Verein im Register gestrichen werden. Das Innenministerium wird den einzelnen Gesellschaften eine den heutigen Verhältnissen angepaßte Satzung vorschlagen.
Der Schützengau Nord war vor 10 Jahren in Lichtenfels gegründet worden. Deshalb findet die Gauversammlung 1962 im Schützenhaus statt. Über 400 Schützen aus Coburg, Neustadt, Lichtenfels, Staffelstein, Kronach und Ludwigsstadt sind anwesend. >>>>>
Der Chronist schreibt: „Blicken die Schützengilden bereits auf viele Jahrhunderte des Bestehens zurück, so wurden sie doch erst 1861 organisatorisch erfaßt. Heute freue man sich, daß es nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gelungen ist, eine kraftvolle Organisation auf die Beine zu stellen ... Noch vor 10 Jahren waren die Schützen wegen ihrer Sportart verlacht worden, aber in der Folge genügte schon das kleine Luftgewehr, wieder Begeisterung für das Schützenwesen zu wecken. Der Bezirksschützenmeister erinnerte an das erste Gauschießen im Lichtenfelser Bergschloß, aus dem heraus sich erst allmählich der präzisere Sport entwickelte. Überall entstanden wieder Schützengesellschaften, die ein Stück Heimat verkörpern und aus der Überlieferung der Zünfte und Gilden heraus die Pflege des Schießsportes weitertragen ... „
Der Gau-Schützenbund zählt 1962 2479 Mitglieder in 49 Vereinen.
Am 29.05.1963 wird die Eintragung der Gesellschaft im Vereinsregister gelöscht.
Wegen Verkehrsbeschränkungen (Brückenbau und Grabarbeiten) muß der Kinderfestzug 1964 ausfallen. Die Veranstaltung für die Kinder vor dem Schützenhaus (Klettern, Spiele, Ausgabe von Freikarten und Gutscheinen) kann kein voller Ausgleich sein. >>>>>
1967 werden zwei neue KK-Stände werden gebaut. Am Heiligen Abend dieses Jahres werden die Schießstände von einem Hochwasser heimgesucht; die Schießanlage wird in einer Höhe von 2,70 in überflutet. Die gesamte KK-Anlage wird dadurch vernichtet.
Das Königsschiessen wird 1968 erstmals mit dem Kleinkaliber auf 50-m-Entfernung durchgeführt. Damit soll ein vorzeitiges Bekanntwerden des Königs verhindert werden. Die Schußzahl ist unbeschränkt, bei zwei Kartentreffern muß das Schießen beendet werden.
Die Generalversammlung vom 8.März 1969 beschließt, die vom Bayerischen Innenministerium vorgeschlagene und vom Schützenmeisteramt in einigen Punkten abgeänderte Satzung anzunehmen. Die Satzung soll nach Genehmigung durch das Innenministerium gedruckt und jedem Mitglied ausgehändigt werden.
Am 5.Juli 1969 wird die neue Anlage der
Pistolenstände übergeben. Geschoßmeister Rudolf Großmann
stellt die erforderliche elektronische Steuerung kostenlos zur Verfügung.
Das Polizeipräsidium München gibt einen finanziellen Zuschuß,
da die Landespolizeiinspektion Lichtenfels die Anlage mitbenutzt. >>>>>
Auf die Königsscheibe dürfen
jetzt nur noch zwei Schüsse abgegeben werden, zwei Scheibentreffer
sind nicht mehr gefordert.
1970 fallen wesentliche Arbeiten am Schützenhaus an und werden durchgeführt: Erneuerung der Decke, Einbau neuer Türen, Renovierung des Dachgebälks, Einzug einer neuen Decke im Saal.
Satzung: Die in der Generalversammlung
vom 8.3.1969 genehmigte Satzung wird vom Innenministerium nicht anerkannt.
Folgende wesentliche Änderungen werden gefordert:
1.Das Amt des dritten Schützenmeisters
hat zu entfallen
2.Die Neuwahl des Schützenmeisteramts
und des Ausschusses hat jährlich je zur Hälfte zu erfolgen.
Die außerordentliche Generalversammlung
vom 3.9.1970 beschließt, die Neufassung anzunehmen. Aus diesem Grund
wird der umstrittene, aber vorgeschriebene Wahlmodus eingehalten.>>>>>
1971 führt die Gesellschaft zum ersten Mal einen Herrenausflug durch. Diese dreitägige Reise nach St. Pauls (Südtirol) wird so erfolgreich, daß die Herrenpartie bis jetzt zu einer bleibenden Einrichtung des Schützenjahres ist.
Das schreiberlose Schießen wird 1972 eingeführt. Die 50-m-Stände werden elektrisch beleuchtet.
Die Vorderlader halten 1974 Einzug in die
Schützengesellschaft. Das Tagblatt vom 13.11.1974 schreibt: „Man fühlt
sich in längst vergangene Jahrhunderte versetzt, wenn man in letzter
Zeit die vorbildlichen Schießanlagen der Kgl. privil. Scharfschützengesellschaft
betrat. Dem Eintretenden schallten unheimliche Donnerschläge entgegen,
denen mächtige Wolken schwefelhaltigen Rauchs folgten. Selbst unempfindliche
Nasen müssen sich hier schnell zusammenziehen, doch was erschüttert
schon so einen alten Ritter.“ >>>>>
Strengste Bestimmungen müssen auf
dem Stand eingehalten werden. Vor dem Erwerb des ersten Grammes Schwarzpulver
mußte erster Sportleiter Rudolf Großmann einen Sprengstoffschein
erwerben. Umfangreiche technische und fachkundliche Prüfungen beim
Gewerbeaufsichtsamt in Nürnberg mußten bestanden werden.
Seit diesem Jahr wird auch der "Tag der
behinderten Kinder" während des Schützen- und Volksfestes organisiert.
Die Initiatoren seit Beginn und in den letzten Jahren waren H.S. Birger,
Heinz Caspari, Richard Weberpals, Heinz Angermüller, Kurt Göbel,
Hans Büttner, Karl-Heinz Orlishausen, Heinz Bollmann.
Die „altersschwache“ Schützenfahne
kann bei Umzügen und anderen Festlichkeiten nicht mehr mitgeführt
werden. Dr. Baptist Hofmann stiftet eine Neue Schützenfahne. Sie wird
im Rahmen einer Feierstunde am 12.Juli 1975 im Rathaussaal durch die beiden
Geistlichen der Stadt geweiht und der Gesellschaft übergeben. Für
das Auge fallen die geschmackvollen, dezenten Farben auf. (Vorderseite:
dunkelcremer Brillantsamt, sie zeigt das Lichtenfelser Wappen, die Ecken
sind mit grünem Eichenlaub bestickt. Rückseite: grüner Brillantsamt,
Schrift: Effektgoldstickerei mit dem Text: Kgl. privil. Scharfschützen-Gesellschaft
1414-1975, Emblem der Gesellschaft). Die Herstellerfirma Fahnen-Koch aus
Coburg bezeichnet die neue Fahne als eine der schönsten, die je von
ihr angefertigt wurde. >>>>>
Dr. Baptist Hofmann spricht in seiner
Festrede: „Unter der neu erworbenen Fahne wird die hohe Tradition der Scharfschützengesellschaft
fortgesetzt. Die Fahne wird für die aktiven Schützen nicht nur
Begeisterung für die edle Schützensache entfachen, sondern auch
Ansporn sein, den Schießsport weiter zu pflegen. Alle Mitglieder
werden aber bestrebt sein, das hohe Ansehen und den guten Ruf, den die
Scharfschützengesellschaft schießsportlich und gesellschaftlich
über Lichtenfels und Umgebung weit hinaus besitzt, zu erhalten.“
1977 wurden die Luftgewehrstände "winterfest"
gemacht und völlig neu gestaltet. Im April des Jahres 1977 findet
das Eröffnungsschießen statt. Die Ehrenscheibe zeigt den Oberzieler
Albrecht Geldner, der in seiner Uniform alljährlich beim Schützenauszug
"voraustanzt". Die Gesellschaft hat als einer der letzten bayerischen Schützenvereine
einen Oberzieler der Prägung des vergangenen Jahrhunderts. Vor dem
2.Weltkrieg gab es in der Gesellschaft drei Zieler, welche aus einem Graben,
direkt unterhalb der Schießscheiben, den Schützen ihre Treffer
angezeigt haben. >>>>>
Im April 1977 findet im Schützenhaus
der oberfränkische Schützentag statt. 300 Delegierte aus 293
Vereinen werden begrüßt. Der erste Landesschützenmeister
spricht der Gesellschaft ein hohes Lob für die gute Organisation aus.
Als Auftakt zum Schützenfest erhalten
die Schützendamen erstmals eine wertvolle Kette für die Schützenkönigin.
Das Schützenfest erhält in diesem Jahr einen sehr starken amerikanischen
Akzent. Über 80 Gäste der Partnerstadt Vandalia feiern mit den
Lichtenfelsern das Volksfest und marschieren auch beim Kinderfestzug mit.
Aus diesem Anlaß haben die Schützen 2000 Papierfähnchen
(1000 deutsche und 1000 amerikanische) verteilt.
1980 können sich die Freunde des
Lichtenfelser Schützenwesens freuen: Ein zusätzliches Feuerwerk
begrüßt die Besucher am Eröffnungstag und sorgt für
einen glanzvollen Beginn. Auf dem Festplatz ist eine asphaltierte Ringstraße
entstanden. >>>>>
1981 erfolgen umfangreiche Renovierungsarbeiten
im Schützenhaus diese sind nötig geworden und werden durchgeführt.
Die Damen- und Herrentoiletten werden im Anschluß an den Eingang
völlig neu installiert, die Zugänge hierzu erfolgen vom Saal
und vom Schützenplatz. Die Schänke wird nun neu gestaltet und
der Küche angegliedert, der Kühlraum erneuert auch der Dachboden
wird gründlich renoviert und die Schießstände beheizbar
gemacht. Ein Raum für die Gewehrschränke wird geschaffen. Die
Heizungsanlage wird von Öl auf Gas umgestellt. Um diese finanziellen
Kraftakte bewältigen zu können, werden „Bausteine“ verkauft,
deren Beträge innerhalb der nächsten fünf Jahre zurückzuzahlen
sind; all diese Arbeiten können dank erheblicher Eigenleistungen im
Jahre 1982 erfolgreich beendet werden.
Im innerbetrieblichen Bereich der Gesellschaft
erfolgt die Umstellung der Mitgliederverwaltung auf EDV und die elektronische
Auswertung der Schießergebnisse.
1983 lädt das Schützenmeisteramt
erstmals die Damen der verstorbenen Schützenbrüder im Rahmen
des Schützenfestes zu einer Kaffeetafel in das Schützenhaus ein.
In diesem Jahr wurde auch der Brauch aufgegriffen, zum Schützenfestbeginn
die Bewohner des Altenheimes durch ein Ständchen zu erfreuen. Es erfolgt
der Aus- und Umbau der ehemaligen Garderobe zum Jugendzimmer. >>>>>
Die Generalversammlung kündigt den
Bierlieferungsvertrag mit der Brau AG Nürnberg. Die Brau AG bewirkt
eine einstweilige Verfügung, so daß im Schützenhaus nur
Biere der Brau AG ausgeschenkt werden dürfen. Im Juni erfolgt eine
Klageerhebung durch die Brau AG beim Landesgericht Coburg. Das Gericht
versucht, einen Vergleich zustande zu bringen, der so aussehen soll, dass
die Scharfschützengesellschaft bis zum 24.2.1986 Bier der Brau AG
bezieht und dass der Vertrag ab diesem Zeitpunkt erlischt. Die Brau AG
kann sich nicht entschließen, diesem Vergleich zuzustimmen. Daraufhin
verkündet das Gericht schriftlich ein Urteil, das in den Grundsätzen
dem Vergleichsvorschlag entspricht. Die Brau-AG zieht ihren eingelegten
Einspruch nach einigen Tagen zurück, so daß der Bierlieferungsvertrag
zwischen der Brau-AG und unserer Gesellschaft am 24. Februar 1986 beendet
wird.
1985 feiert die Gesellschaft das 175 jährige
Jubiläum der Wiedergründung.
Der Festzug war eine Demonstration und
Dokumentation oberfränkischen Schützenwesens. Abordnungen von
mehr als 20 oberfränkischen Schützenvereinen mit nahezu 1000
Teilnehmern bildeten einen bunten Zug durch die Korbstadt, hin zum Schützenplatz.
Unter den vielen Ehrengästen waren auch Andreas Hartinger, Präsident
des Deutschen Schützenbundes und Landesschützenmeister, Hans
Hümmer Bezirksschützenmeister, Wolfgang Felmberg zweiter Gauschützenmeister.
Der Schirmherr Herzog Max von Bayern musste leider aus dringenden familiären
Gründen die Teilnahme absagen. >>>>>
Auch das „Kaiserwetter“ blieb den Schützen
während der gesamten Festtage treu.
Am 24. Februar 1986 erlischt nun der Bierlieferungsvertrag
mit der Brau AG Nürnberg und die Altenkunstadter Brauerei LEIKEIM
übernimmt die Bierlieferung, auch für das Schützenfest.
1987 wurde erstmals der Kinderfasching
vom Faschingssonntag auf den Faschingsdienstag verlegt und wurde ein so
toller Erfolg, dass diese Veranstaltung auch in den späteren beibehalten
wurde.
Die Anwesenheit von Herzog Max in Bayern
und des Präsidenten des Deutschen Schützenbundes Andreas Hartinger
1988beim 575jährigen Gründungsjubiläum der königlich
privilegierten Scharfschützengesellschaft war Ehre und Auszeichnung
für die Gesellschaft zugleich. Zu diesem Jubiläum fanden ein
Eröffnungsschießen, Vorderladerschießen und Jahresabschlußschießen
statt. Es wurde auch eine Silbermedaille als Sonderprägung aufgelegt.
1990 war es für die Gesellschaft
eine große Ehre, mit über 60 Schützen, Oberfranken beim
Oktoberfest Trachten- und Schützenzug, in München zu vertreten.
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Der 44. Bayerische Schützentag wurde
vom 10. bis 12. Juni 1994 von der Schützengesellschaft ausgerichtet.
Am Sonntag bewegte sich ein schier endloser Festzug durch die Stadt Lichtenfels
zum Schützenplatz. Neben 300 Delegierten und Ehrengästen hatten
sich an die hundert Schützenvereine, mit 1500 Teilnehmern, ihren Fahnen
und Königen eingereiht. Der Präsident des Deutschen Schützenbundes
und Landesschützenmeister Josef Ambacher bedankte sich für die
überaus herzliche Aufnahme in Lichtenfels, hier befände man sich
in einer Hochburg der Schützen. Auch werde bei der königlich
privilegierten Scharfschützengesellschaft noch eine jahrhundertealte
Tradition mit einem engagierten Fortschritt in Einklang gebracht. Gauschützenmeister
Siegfried Möslein erinnerte in seiner Rede daran, dass man hier an
"die Wiege des Schützenwesens" gekommen sei. Herzog Ernst II. von
Coburg und Gotha habe vor 133 Jahren, am 11. Juli 1861, durch die Gründung
des Deutschen Schützenbundes die Voraussetzungen zum Zusammenschluß
aller deutschen Schützen geschaffen.
Im Rahmen einer außerordentlichen
Generalversammlung im Mai 1996 wurde der Neubau der gesamten Schießanlage
beschlossen.
Am 4.Dezember 1998 erfolgte dann die Grundsteinlegung
dieses großen und zukunftsweisenden Projektes.
Auch in diesem Jahr durfte die kgl. privil.
Scharfschützengesellschaft wieder Oberfranken am Oktoberfestzug im
München vertreten, ein stolzer Zug von über 60 Lichtenfelser
Schützen reihte sich in die vielen Trachten- und Schützenvereine
ein. >>>>>
Eine grundlegende Veränderung war
1999 die Teilnahme der Schützendamen am großen Schützenfest-Auszug.
Erstmals in der Geschichte der Gesellschaft traten die Damen als geschlossene
Gruppe in einheitlicher Kleidung auf. In frühlingsfrischem Lindgrün
der karierte Rock, weißer Bluse und schützengrüner Wildlederweste.
Mit vielen Arbeitsstunden entstand im
Laufe des Jahres 1999 eine der modernsten Schießanlagen.
Die feierliche Eröffnung der Schießanlage
fand vom 24.März bis 26.März 2000 statt.
Zum feierlichen Festkommers am 24.März
mit kirchlicher Segnung der neuen Schießanlage waren viele Ehrengäste
und befreundete Vereine anwesend.
Am 25.März war ein Mannschafts-Pokalschießen
für alle Vereine angesetzt, hier konnte man wertvolle Zinnpokale gewinnen,
die im Anschluß beim Bayerische Bierabend überreicht wurden.
Der 26.März war ganz einem "Tag der
offenen Tür" gewidmet, wo jeder Besucher unter fachmännischer
Anleitung 10 Schuß abgeben konnte und hierfür eine ganz persönliche
Urkunde erhielt. >>>>>
Am 21.April 2002 findet im Schützenhaus
Lichtenfels, die Gauversammlung und das 50jährige Gründungsjubiläum
des Schützengaues Nord statt. 1952 wurde der Schützengau Nord
hier im Schützenhaus gegründet.
Doch auch das Gesellschaftliche ist nie
zu kurz gekommen. Wanderungen, Theaterbesuche, Tanzveranstaltungen, Herrenpartien,
Damenausflüge und Fahrten der Jugend demonstrieren das Leben in unserer
Gesellschaft.
Für uns Schützen soll auch heute noch das Wort Goethes gelten, das 1910 in der Festrede, anläßlich der Hundertjahrfeier der Wiedergründung, Leitmotiv war:
"Was du ererbt von deinen
Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"
Anmerkungen
5) Lichtenfelser Tagblatt,
1928/Nr. 160 >>>>>
6) Lichtenfelser Tagblatt,
1919/Nr. 178
7) Lichtenfelser Tagblatt,
1923/Nr. 166
8) Lichtenfelser Tagblatt,
1925/Nr. 216
9) Stadtarchiv Lichtenfels,
Schützen-Karteikarte 1933
10) Lichtenfelser Tagblatt,
1933/Nr. 270
11) Stadtarchiv Lichtenfels,
Schützen-Karteikarte 1939
12) Stadtarchiv Lichtenfels,
Schützen-Karteikarte 1941
13) Stadtarchiv Lichtenfels,
Schützen-Karteikarten 1942, 1943, 1944